Wie findet und bindet man Talente in Russland?

Management- und Vertriebstraining bei PROAKTIV-Management in Moskau
Management- und Vertriebstraining bei PROAKTIV-Management in Moskau

Wie können sich Unternehmen heute zunehmend positiv als Arbeitgeber präsentieren, wenn sie im Ringen um Mitarbeiter nicht das Nachsehen haben wollen. Was wird von einem Arbeitgeber heute erwartet? Flexible Arbeitszeiten und Einsatzmöglichkeiten stehen für die Mitarbeiter im Vordergrund. Mitarbeiter erwarten, dass der Arbeitgeber ein gutes Image und moderne Arbeitsbedingungen hat, vor allem aber auch eine ausgeglichene Work-Life-Balance und flexible Arbeitszeiten bietet. Unternehmen sind dann attraktiv, wenn sie beispielsweise eine Kombination von Home-Office und Arbeitsplatz im Betrieb anbieten.

Wie wichtig ist der Punkt Geschwindigkeit im Rahmen der Personalsuche? Wenn ein Unternehmen mit einem Kandidaten gesprochen hat, darf es ihn hinterher nicht zu lange auf ein Feedback warten lassen. Schnelligkeit ist oberste Priorität! Wenn der Kandidat interessant ist, sollte man ihm am besten direkt nach dem Gespräch eine erste Rückmeldung geben. Außerdem sollten zwischen dem ersten und zweiten Gespräch nicht mehrere Wochen verstreichen. Das haben aber viele Unternehmen noch nicht verstanden. Wer da zu langsam ist, verliert gute Kandidaten!

Welche Auswirkungen haben dabei die zunehmende Suche nach qualifiziertem Personal in Russland? Unternehmen bewerben sich hier häufig um Top-Kandidaten und nicht umgekehrt. Ein Kandidat kann aktuell meist zwischen verschiedenen Alternativen wählen. Unternehmen müssen sich darauf einstellen! Wichtig ist dabei vor allem, wie es sich um die Leute bemüht. Dabei geht es weniger um Geld, sondern eben um schnelle und saubere Feedbacks.

Wo machen Unternehmen die meisten Fehler in der Mitarbeiterbindung? Ein großes Problem ist, dass Unternehmen an starren und zum Teil veralteten Strukturen festhalten. Verbesserungsvorschläge der Mitarbeiter werden nicht aufgenommen oder genügend gewürdigt. Oft verkaufen Vorgesetzte die Ideen der Mitarbeiter sogar als ihre eigenen. Das erzeugt Frustration. Wichtig ist, dass ein Unternehmen dem Mitarbeiter auch Fehler zugesteht. Dazu ist es nötig, eine Fehlerkultur zu installieren, damit der Mitarbeiter die Sicherheit hat, Fehler machen zu können, um im nächsten Schritt hieraus zu lernen. Grundsätzlich müssen die Leute wissen, dass die Führungskraft hinter ihnen steht. Ein weiterer zentraler Punkt ist, dass alle im Bewerbungsverfahren geweckten Erwartungen später auch erfüllt werden müssen!

Nur wenn ein Unternehmen authentisch ist, kann es Glaubwürdigkeit als attraktiver Arbeitgeber erlangen. Leider gilt aber oft das Motto: Mehr Sein als Schein. Eine identitätsstiftende Arbeitgebermarkenstrategie muss aber bei detaillierter Betrachtung und im Realitäts-Check durch die Mitarbeiter das halten, was es nach außen dargestellt und an Mehrwerten versprochen hat.

Wie wichtig ist Glaubwürdigkeit im Rekrutierungsprozess? Einer der wirklich größten Fehler ist, wenn die Versprechen, die gemacht werden, nicht mit der Realität übereinstimmen. Wenn ein Unternehmen zum Beispiel im Bezug auf Positionsinhalte und Perspektiven falsche Tatschen vorgaukelt oder sich der Vorgesetzte in einem Rekrutierungsprozess nicht authentisch darstellt. Das sorgt für Dissonanzen und führt dann im Zweifelsfall zu einer schlechteren Performance des Arbeitnehmers oder dazu, dass er das Haus schnell wieder verlässt. Und im schlimmsten Fall wird der Arbeitgeber dadurch unglaubwürdig. Authentizität und Glaubwürdigkeit schon im Rekrutierungsprozess sind deshalb das Wichtigste!

Welche Rolle spielt der Vorgesetzte im Rahmen der Mitarbeiterbindung? Mitarbeiter erleben Führung im täglichen Umgang mit dem Vorgesetzten, die Unternehmenskultur wird vom Verhalten des Topmanagements geprägt. Dieses Führungsverhalten und damit die Vorbildfunktion sind ausschlaggebend für das Arbeitsklima. Daher ist es für Unternehmen ein Muss, in die Weiterbildung ihrer Führungskräfte zu investieren – damit diese ein positives Arbeitsklima schaffen und Rahmenbedingungen bieten können, die für den Arbeitnehmer attraktiv sind.

Perfekt formulierte Aussagen in Hochglanzbroschüren sind wenig hilfreich. Vielmehr geht es um allgemeine Umgangsformen, den stärkengerechten Einsatz des Mitarbeiters, positive Zielvereinbarung, die Art der Aufgabenübertragung und das damit verbundene Vertrauen mit konstruktivem Feedback, Lob und Anerkennung. Darüber hinaus müssen dem Mitarbeiter Perspektiven und Entwicklungschancen aufgezeigt werden.

Wenn ein Unternehmen das Gesagte nicht lebt, merkt ein Kandidat das schnell. Also noch mal: Glaubwürdigkeit ist wichtig! Was man sagt, muss auch Substanz haben, sonst wird es schnell enttarnt.

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Autor: Jochen Kracht, Inhaber und Geschäftsführer | PROAKTIV-Management in Moskau

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