Fördern und Fordern in Russland

Das Führen von Mitarbeitern muss man lernen: niemand ist als Führungskraft geboren worden
Das Führen von Mitarbeitern muss man lernen: niemand ist als Führungskraft geboren worden

Wie sichern gut ausgebildete Mitarbeiter im Wettbewerb einen Vorteil?

Gibt es die geborene Führungskraft? Wenn es in Russland um Mitarbeiterführung geht, setzen manche Chefs auf Autorität, andere versuchen es kumpelhaft – und wieder andere wissen gar nicht, wie sie mit ihren Mitarbeitern umgehen sollen. Bei der Führung von Mitarbeitern sind viele Fertigkeiten gefordert, die nur die wenigsten von Hause aus mitbringen.

Wer richtig führen will, muss neben der hohen fachlichen Kompetenz eine ganze Reihe von weiteren Fertigkeiten beherrschen: Kommunikationstechniken und Menschenkenntnis sind dabei genauso gefragt wie etwa Kenntnisse in Projektmanagement oder Personal- und Arbeitsrecht. Und das muss jeder erst einmal lernen. Niemand ist als Führungskraft geboren worden. Wer heute in einem Unternehmen Personalverantwortung trägt, hat in der Regel vor allem große Sachkompetenz unter Beweis gestellt. Der Einsatz von Führungsstrategien und -techniken ist dagegen für die meisten Manager zumindest beim Start in ihre neue Aufgabe noch unbekanntes Terrain.

Kann ich Führungstechniken erlernen und wenn ja, wie? Es gibt aber für jede Anforderung die passenden Führungsinstrumente, die jeder Manager kennen und beherrschen sollte. Nur so können Führungskräfte aktiv Veränderungen herbeiführen und den Mitarbeitern die nötige Sicherheit bei ihrer täglichen Arbeit geben.

Beispielsweise muss jemand in einer leitenden Funktion wissen, wie man konstruktiv auch kritische Themen anspricht oder erfolgreiche Erwartungs- und Zielvereinbarungsgespräche führt. Nur so lässt sich sicherstellen, dass sich die Mitarbeiter in ihrer Rolle nicht über- oder unterfordert fühlen.

Welche Vorteile haben eine einheitliche Führungsphilosophie? Ein bewusster Führungsstil motiviere das Team und ist Basis für optimale Resultate. Wichtig sei dabei vor allem, dass die Führungsphilosophie innerhalb eines Hauses einheitlich ist. Denn wenn in einem Unternehmen verschiedene Managementkulturen vorherrschen, kann das schnell für Verwirrung sorgen.

Um solche Fehler zu vermeiden, führen beispielsweise namhafte Unternehmen Managementtrainings mit externen Profis durch. Mit Hilfe dieser externen Experten lässt sich dabei feststellen, dass zum Beispiel an verschiedenen Standorten bedingt durch Fusionen und Übernahmen die unterschiedlichsten Führungsstile praktiziert werden.

Dann müssen erst einmal einheitliche Führungsgrundsätze formuliert werden, denn häufig sind die persönlichen Erfahrungen mit Führungsverantwortung bei den einzelnen Mitarbeitern sehr unterschiedlich. Manche der Führungskräfte können langjährige Erfahrung vorweisen, während andere Kollegen ganz neu in der Verantwortung stehen.

Häufig zeigen auch Mitarbeiterbefragungen, dass das Führungsverhalten mitunter bemängelt wird. Meistens wird kritisiert, dass eine genaue Definition der Leistungserwartungen fehlte.

Häufig wünschen sich die Teams regelmäßige Standortbestimmungen, eine bessere Kommunikation und mehr Informationen sowie eine bessere Personalentwicklung.

Um Abhilfe zu schaffen, kann hier ein Führungskräfte-Training zum Einsatz kommen. Ziel ist es, alle Führungskräfte so zu schulen, dass sie sich thematisch auf einem Niveau bewegen. Gleichzeitig werden speziell auf die Anforderungen des Unternehmens zugeschnittene Führungsgrundsätze entwickelt, um künftig einen Leitfaden zu haben, an dem sich alle Mitarbeiter orientieren können.

Wie wichtig ist die Integration des Managements in solche Trainings? Besonders wichtig ist es, dass solche Trainings top-down durchgeführt werden und sowohl die Philosophie als auch die Führungs-Tools identisch für alle Hierarchieebenen sind. Die Mitarbeiter sind deutlich motivierter, wenn von Anfang an klar ist, dass die Maßnahmen zur Personalentwicklung von ganz oben mitgetragen werden.

Die Mitarbeiter sehen, dass es dem Unternehmen samt Top-Management wirklich ernst ist – und dass das Engagement jedes Einzelnen wertgeschätzt wird.

Wie wichtig sind Praxisphasen während des Trainings? Praxisphasen sind wichtig. Die Praxisphasen helfen dem Teilnehmer in typischen Situationen für die Praxis und geben Sicherheit für den Arbeitsalltag. Dann muss er das Gelernte zeitnah umsetzen. Nur so verändert man Verhalten nachhaltig. „Der Mensch lernt nur durch eigene Erfahrungen.“

Wie stehen diese Punkte nun im Zusammenhang zu dem Thema „Fördern und Fordern in Russland?“ Wenn die Teilnehmer in Rahmen dieser Trainings ihre eigenen Stärken und Schwächen erkennen, dann haben Sie auch die Chance sich gezielt weiter zu entwickeln. Zum Beispiel können Vertriebsmitarbeiter lernen, ihre Kundenansprache ganz gezielt auf den Kunden abzustellen. Durch dieses sogenannte situative Verkaufen unter Beachtung der persönlichen Stärken steigert sich nicht nur der Verkaufserfolg, sondern man erreicht auch eine Kundenansprache auf Augenhöhe.

Dabei reicht das Spektrum von der korrigierten Telefonansprache bis zur verfeinerten Gesprächsführung vor Ort. So hilft das Training den Unternehmen einerseits, kostspielige Fehler zu vermeiden und andererseits die Arbeitsergebnisse der Mitarbeiter noch weiter zu verbessern. Dann sichern gut ausgebildete Mitarbeiter im unternehmerischen Wettbewerb einen Vorteil.

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Autor: Jochen Kracht, Inhaber und Geschäftsführer | PROAKTIV-Management in Moskau

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