Erfolgreich Investieren in Russland

Investieren in Russland
Die Veranstaltung „Investieren in Russland“ war ein voller Erfolg: rund 170 Teilnehmer waren in Wien dabei.

Am 4. März 2013 fand in der WKO Wirtschaftskammer Österreich in Wien die Gemeinschafts-Veranstaltung „Investieren in Russland“ des WKO Außenwirtschaftscenters Moskau, der Development Agency BRICS und der „Association of Industrial Parks in Russia“ statt – „Russland Wirtschaft“ war als Medien-Partner vor Ort. Rund 170 Vertreter österreichischer Unternehmen informierten sich darüber, wie in Russland erfolgreich Geschäfte gemacht werden bzw. welche möglichen Stolpersteine sich hierbei in den Weg legen können.

Die besprochenen Kernbereiche waren: der erfolgreiche Geschäftsaufbau, die rechtlichen Hintergründe zu Immobilieninvestitionen und das Baumanagement. Außerdem wurde ein Überblick über aktuelle Projekte in den russischen Industrieparks gegeben, welche Investitionen in Lager-, Distributions- und Produktionsstätten für ausländische Gesellschaften positiv beeinflussen und vereinfachen können. Einen Einblick in die Praxis gab Dr. Gerald Sitte, Vice-President Russia des österreichisch-kanadischen Konzerns der Automobilbranche Magna.

Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch den Vortag von Herrn Mag. Hitl, Russland-Fachmann des Außenwirtschaftscenters Moskau, der seit rund sieben Jahren in Russland tätig ist und der seine gesammelten Erfahrungen den österreichischen Unternehmen weitergab. Das erfolgreiche Geschäft in Russland fasste Mag. Hitl in den „11 Geboten“ kurz und prägnant zusammen. Dabei nannte er beispielsweise die Notwendigkeit, den Geschäftsaufbau in Russland sorgfältig zu planen und dann erst zu handeln. Er informierte darüber, dass ein Unternehmen unbedingt ausreichend Zeit einplanen muss, außerdem unterstrich er die Wichtigkeit von Netzwerken und lokalen Ansprechpartnern und besonders, dass sich Unternehmen nicht scheuen dürfen, erfahrene, lokale Berater in das eigene Russland-Projekt mit einzubeziehen. „Denn“ so Mag. Hitl, „Russland ist nicht Ostblock! Wenn Sie als Unternehmer in Polen, Tschechien oder einem andern Ostmarkt erfolgreich sind, heißt das nicht, dass Sie das in Russland auch sein werden.“

Weiter sprach Mag. Hitl über Anpassung und Respekt vor Mentalität und Kultur des Gastlandes, den erfolgreichen Weg und die Herangehensweise, in Russland Geschäfte zu machen. Auch wenn der Russe vom äußerlichen Erscheinungsbild einem Westeuropäer ähnelt, sollte man die Mentalitätsunterschiede beachten und nicht versuchen, seinen russischen Kunden oder Geschäftspartner ändern oder in seiner Handlungsweise beeinflussen zu wollen. Man ist Gast und will in Russland, in einem neuen Markt, Geschäfte machen, man will dorthin exportieren oder investieren. Der österreichische Geschäftsmann sollte deshalb bereit sein, sich mehr an den russischen Markt und dessen Besonderheiten anzupassen.

Worauf sollten österreichische Unternehmen in Russland setzen? Qualität, Innovation und Pünktlichkeit sind Grundvoraussetzungen. Jedoch sollte man von der „Wir-wissen-es-besser“ Mentalität Abstand nehmen. Österreichische bzw. ausländische Unternehmen, die in Russland erfolgreich sein wollen, sollten global handeln aber lokal denken und auf Russland erfahrene Begleiter und Berater zurückzugreifen.

Calin Anton, Vorsitzender der Association of Industrial Parks in Russia, hob während seines Vortrages die Vorteile der Industrieparks in Russland hervor: dass Grundvoraussetzungen wie Gas und Strom sowie Infrastrukturen wie beispielsweise Zufahrtsstraßen meist gegeben sind, gelte als absoluter Vorteil der in den letzten Jahren entstandenen Industrieparks in Russland.

Viele Experten sprachen auf dieser Veranstaltung von Korruption und Bürokratie als Laster des Geschäfts in Russland. In Bezug auf Korruption kann man sich folgenden Grundsatz zu Herzen nehmen: wer bereit ist, bei diesem Spiel mit zu spielen, sollte sich im Voraus über die Folgen im Klaren sein. Zur Bürokratie wurde die Sachlage etwas anders beschrieben: in Russland gelten andere Gesetze und als aufstrebendes Unternehmen, das in Russland Erfolg haben will, muss man sich danach richten. Um die Bürokratie und eine Buchführung nach russischen Standards wird ein ausländisches Unternehmen, das in Russland durch seine Tochtergesellschaft oder seine Repräsentanz vertreten sein will, nicht herumkommen.

Einen sehr interessanten Einblick in die Investitionsprojekte der Firmengruppe Magna in Russland gab Dr. Gerald Sitte, Vice-President von Magna Russia. Das österreichisch-kanadische Unternehmen hat in den letzten Jahren ausgiebige Erfahrungen mit Greenfield, Brownfield und Industrieparks machen können. Einen eindeutigen Sieger konnte Dr. Sitte nicht ausmachen – jedoch bestätigte er, dass einem der Bau in einem Industriepark um einiges erleichtert wird. Im Vergleich zu Österreich oder jedem anderen Land in Mitteleuropa sind die Verträge in Russland umfangreicher. So erwähnte Dr. Sitte beispielsweise, dass auch Stufenhöhe und Stufentiefe festgelegt werden müssen – solche Standards sind in Russland meist keine Selbstverständlichkeit. Auch empfahl Dr. Sitte den Teilnehmern, sich intensiv mit Unternehmen, die bereits vor Ort tätig sind, auszutauschen.

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Autor: Johannes Ausserer, Managing Partner | Ausserer & Consultants

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