Handel mit Russland und Ukraine sinkt

Handel mit Russland und Ukraine sinkt
Handel mit Russland und Ukraine sinkt

Nach einem Rekordergebnis von 80,5 Milliarden Euro im Jahr 2012, hat sich der deutsche Handel mit Russland im vergangenen Jahr  deutlich auf 76,5 Milliarden Euro abgeschwächt. Dies hat der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft auf Basis jetzt vorliegender Zahlen des Statistischen Bundesamtes berechnet. Sowohl die Importe aus Russland (2013: 40,4 Mrd. Euro), als auch die Exporte nach Russland (2013: 36 Mrd. Euro) sanken um über fünf Prozent. Russland fiel damit in der Rangliste der wichtigsten deutschen Handelspartner in Osteuropa wieder knapp hinter Polen zurück.

„Seit 2011 schwächt sich das Wachstum in Russland beständig ab. Dies bleibt nicht ohne Folgen für den deutsch-russischen Handel“, sagte der Ost-Ausschuss-Vorsitzende Eckhard Cordes. „Für das laufende Jahr erwarten wir eher noch eine Verstärkung dieses Trends. In Russland wird eine Rezession nicht mehr ausgeschlossen, zudem verteuert die gegenwärtige starke Abwertung des Rubels deutsche Exporte.“

Dennoch verbindet der Ost-Ausschuss mit der gegenwärtigen Entwicklung auch Chancen: „In Russland gewinnt nach Jahren relativen Stillstands die Reformdebatte wieder an Fahrt“, sagte Cordes, der vergangene Woche in Berlin den russischen Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew getroffen hatte. „Die Bereitschaft, auf deutsche und europäische  Partner und Investoren zuzugehen, wächst spürbar. Dies sollten wir für neue Kooperationen nutzen und weiter an einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für deutsche Unternehmen arbeiten“, so der Ost-Ausschuss-Vorsitzende.

Cordes forderte die Aufnahme von Gesprächen zwischen Russland und der EU zur Ausarbeitung eines Fahrplans für einen gemeinsamen Wirtschaftsraum. „Beide Seiten haben wiederholt eine gemeinsame Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok als wünschenswertes Ziel genannt. Wir brauchen dazu jetzt einen institutionalisierten Dialog.“

Ost-Ausschuss Geschäftsführer in der Ukraine

Ost-Ausschuss-Geschäftsführer Rainer Lindner hält sich gegenwärtig zu Gesprächen in Kiew auf. „Wichtig ist, dass die Ukraine finanzielle Soforthilfe erhält, um erst einmal die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden“, sagte Lindner. „Dabei sollten mögliche Kreditgeber wie die EU, der IWF und die Europäische Investitionsbank ein abgestimmtes Vorgehen mit Russland anstreben.“ Die ukrainische Wirtschaft werde noch auf Jahre stark vom russischen Markt und von russischen Energielieferungen abhängig bleiben.

Mit Sorge betrachtet der Ost-Ausschuss die gegenwärtige Zuspitzung der Lage auf der Krim. Ein Dauerkonflikt der EU mit Russland um die Zukunft der Ukraine würde sich negativ auf die gesamte wirtschaftliche Entwicklung im osteuropäischen Raum auswirken. „Konjunkturell sind wir alle voneinander abhängig. Dieses gemeinsame Interesse sollte letztlich auch zu gemeinsamen Lösungen führen“, sagte der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses.

Der Ost-Ausschuss spricht sich nachdrücklich für eine rasche Abschaffung der Visa-Hürden zwischen der EU und ihren östlichen Nachbarstaaten und die Beseitigung von Handelshürden aus. Damit würde der wirtschaftliche Austausch mit diesen Ländern unmittelbar erleichtert und ein Beitrag zu ihrer wirtschaftlichen Gesundung geleistet.

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Mitteilung des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft

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