Agroprodmash: „Russland – ein riesiges Land, sehr viele Abfälle und keine russische Lösung“

Agroprodmash: „Russland - ein riesiges Land, sehr viele Abfälle und keine russische Lösung“
Agroprodmash: „Russland – ein riesiges Land, sehr viele Abfälle und keine russische Lösung“

Automatisierungslösungen für die Lebensmittelindustrie sind in Russland sehr gefragt. Derzeit möglicherweise sogar noch mehr, da aufgrund des Lebensmittel Embargos gegenwärtig keine Lebensmittel aus EU nach Russland importiert werden dürfen. Dies verschärft vielerorts den Gedanken die Lebensmittelerzeugungskette mit ausländischer Qualität, beispielsweise bei Maschinen, zu bestücken und auch vermehrt im Inland, also vor Ort in Russland, zu produzieren. Auch begünstigen die steigenden Preise für Lebensmittel, aufgrund des Euro-Rubel Wechselkurses im Zusammenhang mit dem Embargo, solche Investitionsentscheidungen. Was somit ein weiterer Grund für in Russland tätige Unternehmen der Lebensmittelbranche war, die Agroprodmash, die internationale Ausstellung für Maschinen, Ausrüstung und Zutaten für die Lebensmittelindustrie, zu besuchen. Lebensmittel sind sanktioniert, zuschaugestellte Made-In-Germany-Maschinen sind nicht betroffen und deshalb sehr beliebt.

Insgesamt haben dreiundsiebzig deutsche, elf österreichische und zwei schweizerische Unternehmen, und somit sechsundachtzig Vertreter aus dem deutschsprachigen Raum auf der Messe ausgestellt. Wir haben uns mit zehn der genannten Aussteller über die Geschäfte in Russland und den russischen Markt unterhalten.

So prognostiziert der Vertreter der Rud. Baader GmbH & Co.KG, ein deutsches Unternehmen welches Separierungslösungen und Maschinen zur Bearbeitung von Fisch, Fleisch und Geflügel anbietet und im Bereich Fisch in Russland marktführend ist, einen weiteren Anstieg für das Jahr 2015. Schon seit 1993 ist Baader mit russischen Abnehmern im Geschäft und so auch regelmäßig auf der Agroprodmash vertreten.

„Vertrauen ist beim Russlandgeschäft fundamental“ so Dipl.-Ing. Martin Schaarschmidt, Sales Manager der Rud. Baader GmbH & Co.KG, welcher damit das Vertrauen, welches sich das Unternehmen über die letzten Jahre hinweg in Russland erarbeitet hat. Manche geschäftliche Beziehungen benötigten mehrere Jahre Kontaktpflege um Projekte zu realisieren. Auch werden Verträge direkt auf der Messe geschlossen, was auch das primäre Ziel auf der Agroprodmash war. Baader ist mit zwei Tochtergesellschaften in Russland vor Ort tätig, welche einen 15 prozentigen Gruppen-Exportanteil generieren und somit die Wichtigkeit des russischen Marktes unterstreichen.

Deutsche Maschinen auf der Agroprodmash in Moskau
Deutsche Maschinen auf der Agroprodmash in Moskau

Unter den Erstaustellern war dieses Jahr die Allgaier Prozess Technology GmbH. Ursprünglich bietet das Unternehmen Systeme zum Trocknen, Kühlen, Sieben und Sortieren von Rohstoffen an und ist damit schon seit den 90er Jahren in Russland aktiv. Neu ins Segment aufgenommen gehören auch Konzepte zum Trocknen von Lebensmitteln, diese Branche gewinnt für das Unternehmen in Russland immer mehr an Bedeutung. Otto Neumüller, Area Sales Manager der Gesellschaft, attestiert: „Deutsche Qualität wird in Russland sehr geschätzt.“ So war die Qualität der Besuchergespräche durchwegs zufriedenstellend.

Sehr optimistisch ist auch Mathias Voigt, Geschäftsführer der GK Energy GmbH, welche komplexe Anlagen zur effizienten Verwertung von Biomasse bei gleichzeitiger Energiegewinnung liefert. Herr Voigt, welcher in Russland eine wahre Goldgrube sieht, zieht ein kurzes und prägnantes Russland-Fazit: ein riesiges Land, sehr viele Abfälle und keine russische Lösung. Dass Russland ein Land, das sehr reich an fossilen Rohstoffen ist, ist allbekannt. Doch soll man bei Entstehung von Landwirtschaftlichen Abfällen auf das Nebenprodukt Energie verzichten? „Sicherlich nicht“, ist der Vertreter der GK Energy GmbH überzeugt. So wird die Wichtigkeit der Messe-Teilnahme vor Ort in Russland von den Vertretern auch auf einer Skala von eins bis zehn mit sieben bewertet.

Abschließend ist festzuhalten, dass im Anbetracht des Lebensmittel Embargos die Agroprodmash dieses Jahr besonders an Bedeutung gewann. So prognostiziert der Großteil der befragten Aussteller einen ansteigenden Absatz vor Ort in Russland zu erzielen.

Sie interessieren sich für die Lebensmittelindustrie in Russland? Hier der Link zum  Messebericht 2012: Deutschland, Österreich und die Schweiz auf der Agroprodmash Moskau

_______________________________________________________________

Autor: Eugen Hoppe | Ausserer & Consultants

Was sagen Sie zu diesem Artikel? Teilen Sie Ihre Frage, Anregung oder Meinung mit den anderen Lesern im Kommentar-Feld weiter unten.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s