Russland: Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht?

Russland: Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht?
Russland: Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht?

Die Erde ist mit über 30 Prozent der Landmasse mit Wald bedeckt, ein Fünftel der Waldfläche befindet sich auf dem russischen Territorium. Russland ist auch das flächengrößte Land und dort ist das weltweitgrößte zusammenhängende Waldgebiet der Erde vorzufinden. Das Produkt Holz und alles was dazu gehört wird zum großen Teil für die Herstellung von Möbeln, in der Baubranche und als Energieträger verwendet – so auch in Russland.

Holz, welches in Russland in grenzenlosen Mengen vorzukommen scheint, ist ein nachwachsender, ökologischer und somit auch nachhaltiger Rohstoff. Das ist ein ausschlaggebender Grund um als Maschinenbauer für holzverarbeitende Industrie auf der Messe Lesdrevmash in Moskau auszustellen. Die internationale Messe Lesdrevmash, ist seit ihrer Gründung im Jahre 1973 das größte Event in Osteuropa im Bereich der Verarbeitung von Holz. Der Grund für den Jahrelangen Erfolg dieser Messe, liegt in der engen Zusammenarbeit von den Organisatoren und führenden Unternehmen dieses Industriezweigs.

Eins der führenden Unternehmen in Maschinebau für Massivholzbearbeitung ist die Weinig AG, welche schon seit der Gründung auf der Lesdrevmash ausstellt und schon seit den 60er Jahren nach Russland bzw. in die damalige Sowjetunion exportiert. Der weltweite Exportanteil des Unternehmens beträgt 85% und mit 10% Russland-Exporten ist der russische Markt von signifikanter Bedeutung. Auch die Prognose, im Falle der Außerachtlassung der Politik, wird für dieses Land als hervorragend beschrieben.

Zum Thema Nachhaltigkeit, erläutert Klaus Müller, Head of Marketing Communication folgednes: Holz ist ein klimafreundliches Produkt. Bei gleichzeitiger Abholzung und parallel laufender Wiederaufforstung, ist das entstandene Produkt Holz, welches als Energieträger dienen soll, CO2-neutrales Erzeugnis. Der Wald benötigt CO2 aus der Atmosphäre und Sonnenstrahlen als Energiequelle für die Produktion von Holz. Beim Verbrennen dieses Rohstoffs, gelangt in die Atmosphäre genau so viel CO2, wie am Anfang aufgenommen wurde. Wenn man Holz nun aber als Werkstoff beispielweise für den Hausbau verwendet, dann entsteht sogar eine negative CO2-Bilanz, da das CO2 in das Holz, in dem Zeitraum bis zur Verbrennung, gebunden wird.

Dieselben Ansichten, in Hinsicht der CO2-Neutralität des Holzes als Energie, vertritt auch Dirk Müller, Leiter des Geschäftsbereichs Holz von der Vecoplan AG. Das Unternehmen bietet Zerkleinerungstechnik und Fördertechnik für die Holzindustrie mit dem Schwerpunkt von Aufbereitung von Restholz an. Ein nachhaltigkeitsbewusstes Geschäft, da es verhindert das Restholz zu Abfall wird: stattdessen wird das Restholz als Baumaterial weiterverwendet bzw. zu Energie umgewandelt.

Anlagen zu Erzeugung von Energie, sogenannte Feuerungsanlagen, bietet die Classen Apparatebau Wiesloch GmbH an. Das Unternehmen ist in Russland seit 1998 aktiv tätig und hat sich vor Ort eine gute Reputation erarbeitet. „Auf der Lesdrevmash geht es primär darum zu zeigen wer wir sind“, so Dipl.-Ing. Christian Schnadt, Vertreter des Unternehmens aus Wiesloch bei Heidelberg. „Russland ist kein einfacher Markt, da es stark auf Vertrauen basiert“, so der Fachmann. Dennoch ist es ein attraktiver Mark, da es hohen Modernisierungsbedarf aufweist und die deutschen Unternehmen dort guten Ruf genießen.

Auffallend ist, dass man auf der Messe auf alle drei Wirtschaftssektoren, sogenannte volkswirtschaftliche Gliederungen, trifft: Der erste Sektor, ist der sogenannte primäre Sektor oder auch die Urproduktion, welche erst mittels beispielweise eines Holzvollernters möglich ist. Der zweite, sekundäre Sektor ist das, dass dieses Holz bearbeitet wird und somit beispielweise Möbel entstehen. Diese Mehrwertschaffung mittels CNC-Maschinen wurde auf der Lesdrevmash von vielen Unternehmen vorgeführt. In dem tertiären Sektor, der auch Dienstleistungssektor genannt wird, ist das Unternehmen Lignum Consulting, welches zum ersten Mal auf Lesdrevmash ausstellt, tätig. Das Unternehmen bietet Unternehmensberatung für die internationale Holz- und Möbelindustrie an und anhand der mehr als zu friedenstellende Qualität der Besucher, erkennt das Unternehmen den Beratungsbedarf auch auf dem russischen Markt.

Ebenso zum ersten Mal stellt das Unternehmen 2020 Technologies auf der Messe in Moskau mit einem eigenen Stand aus. 2020 Technologies ist ein Unternehmen mit besonderer Spezialisierung: genauer gesagt ein Softwarehersteller, welcher Designern, Händlern und Möbelhersteller hilft Ideen zu realisieren und Prozesse zu optimieren. Das Potential des russischen Marktes erkannte auch Leopold Hummelbrunner, Geschäftsführer der 20-20 Technologies GmbH aus Österreich, eine Gesellschaft der Firmengruppe 2020 Technologies welche in Osteuropa bereits Projekte realisiert haben.

Auf der Messe wurden 15 der 91 ausstellenden Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Geschäft in Russland gefragt: insgesamt konnte ein durchwegs gutes Fazit über den russischen Markt dieser Branche, der innovativen Produkte für die holzverarbeitende Industrie und das Nachhaltigkeitsbewusstsein der Unternehmen in Russland gezogen werden. So war die Lesdrevmash ein absolut positives Ereignis für die Aussteller in der derzeit angespannten Zeit im Deutsch-Russischen Bezug. Erfolgsversprechende Gespräche mit russischen Kunden unterstreichen diese vielversprechende Einschätzung.

Sie interessieren sich für die Holzindustrie in Russland? Hier der Link zum  Messebericht 2012: Ausländisches Know-how auf der Lesdrevmash 2012

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Autor: Eugen Hoppe | Ausserer & Consultants

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