Positivtrend auf dem russischen Automobilmarkt – Zahl der Neuzulassungen steigt im 1. Halbjahr 2017

 

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Postitivtrend auf dem russischen Automobilmarkt. Anzahl der Neuwagenverkäufe steigt nach Jahren der Krise wieder an

 

Von der Krise gebeutelt blieb der russische Automobilmarkt in den vergangenen vier Jahren weit hinter den Erwartungen der Automobilbauer zurück. Doch Besserung ist in Sicht. Die nun erschienenen Quartalszahlen der Assosiation of European Business (AEB) für das erste Halbjahr 2017 bestätigen die zahlreichen positiven Prognosen durch einen leichten Anstieg der Neuwagenverkäufe im Vergleich zum Vorjahr.

Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2017 718.529 Neuwagen in Russland verkauft. Das entspricht einem Plus von mehr als 6% gegenüber dem Vorjahreszeitraum und schafft neue Hoffnung für einen Markt, der vor den Krisenjahren als einer der zukunftsträchtigsten und aussichtsreichsten Neuwagenmärkte für ausländische Automobilhersteller überhaupt galt.

Der Großteil an Neuwagenverkäufen entfällt in Russland auf das Kleinwagen und Mittelklasse Segment. Unangefochtener Spitzenreiter mit knapp 20% und 140.231 verkauften Fahrzeugen in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres, ist die russische Marke Lada, die sich auf dem heimischen Markt erfolgreich gegen die ausländische Konkurrenz behaupten konnte. Auf Platz zwei und drei befinden sich die südkoreanischen Hersteller Kia mit einem Absatz von 85.189, sowie Hyundai mit 70.5888 verkauften Fahrzeugen.

Doch wie steht es um die deutschen Autobauer? VW konnte mit 39.627 verkauften Einheiten am meisten Wagen an den russischen Kunden bringen und damit ein Mehr von gut 18% gegenüber dem Vorjahreszeitraum erzielen. Deutlich geringere Absatzzahlen hingegen bezifferten die Premiumhersteller Mercedes (Platz 11) mit 17.726 und BMW (Platz 13) mit 14.571 verkauften Pkw in ihren Büchern. Mit einem Minus von etwa 24% und nur noch 8408 Verkäufen lief es für Audi im vergangenen Jahr am schlechtesten unter allen deutschen Herstellern.

Bei Betrachtung des Gesamtmarktes jedoch machen verschiedene Prognosen Hoffnung, dass sich der Aufwärtstrend in den folgenden Monaten fortsetzt und die Absatzzahlen für Neuwagen zum Jahresende hin auf 1,5-1,6 Millionen, mittelfristig sogar wieder auf Vorkrisenniveau, also zwischen 2,5-3 Millionen Pkws ansteigen.

An diesen positiven Tendenzen teilhaben möchten auch die deutschen Hersteller. So investierte beispielsweise Mercedes-Benz gerade erst 250 Millionen Euro in ein neues Werk im Industriepark Esipovo in der Nähe von Moskau. Eine Produktionskapazität von bis zu 20.000 Fahrzeugen pro Jahr spricht dabei für sich. Das Hauptaugenmerk legt der Stuttgarter Konzern mit der Fertigung von E-Klasse, GLE, GLC und GLS, ähnlich wie die anderen deutschen Premiumhersteller, vor allem auf das gehobene Mittelklasse und Oberklasse Segment. In den russischen Ballungszentren um Moskau und St. Petersburg leben zahlreiche potenzielle Käufer die trotz der Krise über ein beachtliches Vermögen verfügen und für die ein Oberklassewagen zum guten Ruf dazu gehört. Auf genau dieses Klientel haben es viele der deutschen Autobauer abgesehen. So entfielen beispielsweise knapp 25% der veräußerten Neuwagen von Audi auf die Modelle A6, A7, A8 L und Q7, welche das Unternehmen mit Bausätzen aus der Fertigung in Neckarsulm in ihrem Werk in Kaluga vor Ort fertig montierte.

Was den Massenmarkt angeht bleibt abzuwarten wie sich der Rubelkurs, die Reallöhne und damit auch die Kaufkraft im Land entwickeln. Schon jetzt lässt sich jedoch festhalten, dass immer mehr ausländische Produzenten in eine Lokalisierung der eigenen Produktion vor Ort investieren und sich damit klar zum russischen Markt bekennen.

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Autor: Carsten Hämmerle | Ausserer & Consultants

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