Holzindustrie in Russland mit starken Wachstumsraten – 10%-iger Anstieg an Maschinenexporten deutscher Hersteller in 2017

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Lesdrevmash 2018 in Moskau; im Bild: Impressionen von Messeständen unterschiedlicher Aussteller

Welche Bedeutung nimmt die Forstwirtschaft in Russland ein? Und wie können deutsche Hersteller aus dem Maschinen- und Anlagenbau davon profitieren? Dieser Beitrag beleuchtet diesen Industriezweig näher, widmet sich aktuellen Entwicklungen und stellt die Lesdrevmash (ЛЕСДРЕВМАШ), eine internationale Fachmesse in diesem Zusammenhang, vor.

Vor allem in Sibirien und den fernöstlichen Regionen des Landes gibt es erhebliche Reserven an Waldressourcen. Die Holzverarbeitung und die Produktion von Holzprodukten nahm in der ersten Jahreshälfte 2018 um 6,4% zu; die Herstellung von Papier und Papierprodukten gar um 9,7% (Bericht des russischen Wirtschaftsministeriums). Insbesondere eine erhöhte Inlandsnachfrage trug dazu bei. Die Kapazitäten was die Verarbeitung des Rohstoffes angeht sind derzeit aber bei weitem noch nicht ausgelastet.

Maschinen aus Deutschland sind gefragt

Die Hauptabnehmer von Maschinen für die Holzbearbeitung „made in Germany“ waren in 2017 die USA und China. Nach zwei eher mauen Jahren kaufen russische Kunden nun wieder deutlich mehr Anlagen aus Deutschland. So stiegen die Exporte nach Russland vergangenes Jahr um 10% an. Das geht aus einem Interview der russischen Ausgabe der Zeitung „Holz-Zentralblatt“ vom Oktober 2018 mit Dennis Bieselt, Referent beim VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) und zuständig für die Industrie Holz, hervor.

Der Hauptgrund für die erhöhte Nachfrage Russlands nach neuem Equipment ist der Ersatz veralteter Maschinen beziehungsweise der Kauf zum Einsatz in neu aufzubauenden Betrieben im Rahmen von Großprojekten. Im Bericht des russischen Wirtschaftsministeriums (Министерство экономического развития Российской Федерации) mit Prognosen für die sozioökonomische Entwicklung des Landes bis 2024 wird auf diese Hintergründe näher eingegangen. Der am 20. September 2018 von der russischen Regierung verabschiedeten Entwicklungsstrategie für die Forstwirtschaft bis 2030 ist zu entnehmen, dass russische Hersteller derzeit nur knapp 10% der Nachfrage nach entsprechenden Maschinen für die Holzbearbeitung decken können. Der Anteil der Forstwirtschaft am BIP soll bis 2030 jedoch von 0,5% auf 1% steigen. Für ausländische Hersteller ergeben sich infolgedessen enorme Potenziale.

Eine Möglichkeit um mit potenziellen russischen Kunden in Kontakt zu treten ist der Besuch beziehungsweise eine Präsenz mit einem Stand bei der Fachmesse Lesdrevmash (ЛЕСДРЕВМАШ). Ende Oktober fand das Event bereits zum 17. Mal statt. 342 Unternehmen aus 27 Ländern stellten 2018 ihre Lösungen vor. Themenschwerpunkte sind Fahrzeuge für Holztransport/-handling, Maschinen und Anlagen für Primär- und Sekundärbearbeitung von Holz, zur Oberflächenveredelung und Möbelproduktion ebenso wie für die Zellstoff- und Papierproduktion. Im Schnitt besuchen jedes Mal rund 10.000 Personen die viertägige und im 2-Jahres-Rhythmus stattfindende Veranstaltung.

Für deutsche Unternehmen besteht die Möglichkeit, an dem Gemeinschaftsstand des German Pavilion auszustellen. Dieses Jahr waren dort 54 Betriebe vertreten. Die sich daraus ergebenden Vor- und Nachteile gilt es jedoch abzuwägen. Zwar bietet diese Option den Vorzug vergünstigter Konditionen für die Standmiete, gleichzeitig steht den Unternehmen nur ein begrenztes Platzkontingent zur Verfügung. Große Maschinen können den Kunden dadurch nicht präsentiert werden.

Mit einem eigenen Stand auf der Lesdrevmash war beispielsweise die österreichische Felder Gruppe, welche Maschinen für die Holzverarbeitung herstellt, vertreten. Dort konnten sie Interessenten 14 Maschinen aus dem Portfolio präsentieren. Laut Aussage von Andrey Samsonov, CEO für Russland, schätzen die Besucher insbesondere die Gelegenheit, sich die Maschinen vor Ort intensiv präsentieren lassen zu können und so direkt mehr über Funktionalitäten und Funktionsweise zu erfahren.

Wie ersichtlich wird, kommt der Holzindustrie eine steigende Bedeutung in Russland zu. Deutschsprachige Unternehmen die diesen Markt momentan noch nicht bedienen können durch einen Markteintritt Wachstumspotenziale realisieren, gerade da Produkte „made in Germany“ durch andere bereits etablierte Unternehmen beim russischen Klientel bekannt und beliebt sind. Durch Veranstaltungen wie die Lesdrevmash ist die Chance zur Präsentation des Portfolios für ein breites Fachpublikum gegeben.

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