Trotz Verbesserungen im Ease of Doing Business Index bleibt Geschäftsumfeld in Russland aufgrund Sanktionen schwierig

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Ende Oktober erschien der alljährliche Doing Business Report 2019 der Weltbank, der auch den Ease of Doing Business Index enthält. Es handelt sich dabei um ein Ranking von 190 Volkswirtschaften, das die Geschäftsfreundlichkeit und Unternehmensregulierung misst. Dabei fließen zehn Bereiche in die Untersuchung mit ein:

  • Dauer für die Gründung eines Unternehmens
  • Erwerb einer Baugenehmigung
  • Zugang zu Elektrizität
  • Registrierung von Eigentum
  • Zugang zu Krediten
  • Schutz von Investoren (Minderheitseignern)
  • Steuern
  • Grenzüberschreitender Handel
  • Vertragssicherheit
  • Insolzvenzverfahren

Russland belegt in 2018 Rang 31 und hat sich somit um vier Plätze im Vergleich zum letzten Jahr verbessert. Ausschlaggebend dafür waren Verbesserungen in den folgenden Punkten: Aus Reformen in der Bauindustrie resultiert eine kürzere Zeitspanne bis zur Erteilung einer Baugenehmigung. Des Weiteren wurde ein risikobasierter Ansatz bei der Baubetreuung etabliert. Der Zugang zu Elektrizität wurde dadurch vereinfacht, dass die Kosten für die technologische Anbindung ans Stromnetz gesenkt wurden; auch erfolgt die Anbindung ans Netz nun schneller. Höhere Abschreibungssätze für das Anlagevermögen bedeuten steuerliche Erleichterungen. Und beim grenzüberschreitenden Handel ist nun eine elektrische Anmeldung von Waren beim Zoll und damit verbundene automatische Registrierung und Freigabe möglich.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte als Ziel eigentlich den 20. Platz angestrebt. Laut Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin liegt der Grund für die Underperformance darin, dass zahlreiche Reformen, welche letztes und dieses Jahr durchgeführt wurden, noch nicht ins Ranking miteinbezogen wurden. Im Vergleich zu 2011, als Russland noch Rang 124 belegte, ist jedoch über die Jahre hinweg eine deutliche Verbesserung zu verzeichnen. Zum Vergleich: Deutschland belegt im aktuellen Ranking Platz 24 und verschlechtert sich damit zum dritten Mal in Folge (2017: Rang 20, 2016: Rang 17, 2015: Rang 14).

Faktoren die nicht in die Bewertung eingehen sind beispielsweise Sicherheitsprobleme, Korruption, die Entwicklung des Finanzsystems oder die makroökonomische Stabilität. In diesem Zusammenhang sind auch die Sanktionen zu nennen, mit denen die Russische Föderation belegt ist. Die geplante Aufrechterhaltung europäischer Sanktionen und mögliche Verschärfungen der US-Sanktionen gegen Russland wirken sich negativ auf das Geschäftsumfeld aus und erschweren die Bedingungen, unter welchen auch deutsche Unternehmen ihren Geschäften in Russland nachgehen können.

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