Was für deutsche Mittelständler beim Markteintritt nach Russland zu beachten ist

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Im Bild: Referent Andrey Kononov (Commerzbank) und Jens Böhlmann (Ost-Ausschuss – Osteuropaverein)

Nachdem sich die russische Wirtschaft nach der Rezession der vergangenen Jahre aktuell im leichten Aufschwung befindet, ist das Interesse deutscher Mittelständler an diesem Markt wieder gestiegen. Der Ost-Ausschuss – Osteuropaverein und die Handelskammer Hamburg luden deshalb Mitte November 2018 unter der Federführung des Leiters der Kontaktstelle Mittelstand Jens Böhlmann beim Ost-Ausschuss – Osteuropaverein in Hamburg zum Arbeitsfrühstück Russland mit dem Titel „Was tun? Empfehlungen für den deutschen Mittelstand“.

Die Tatsache, dass die Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung positiv sind, sind an den Plänen der deutschen Automobilhersteller BMW und Daimler zu sehen, die in Russland derzeit Fertigungsstandorte aufbauen. VW produziert bereits seit 2007 in Kaluga. Grund dafür dürfte auch die Tatsache sein, dass der Absatz an Neuwagen in 2017 in der Russischen Föderation um 12% gestiegen ist. Für die kommenden Jahre wird eine weitere positive Entwicklung erwartet. Auch im schienengebundenen Transport werden die Kapazitäten ausgebaut. Die Digitalisierung in diesem Bereich wird ebenfalls vorangetrieben, so der CEO von Schaeffler für die Region CEEMEA, Prof. Dr. Rainer Lindner.

Weitere Punkte, auf die die Referenten eingingen waren aktuelle Änderungen in der steuerrechtlichen Gesetzgebung wie die neue Mehrwertsteuerregelung beim grenzüberschreitenden elektronischen Handel und Möglichkeiten zur Exportfinanzierung. Außerdem wurde eine enge Kooperation mit den lokalen Behörden vor Ort als Erfolgsfaktor angeführt. Die Vorteile einer Lokalisierung zeigte unter anderem Jens Dallendörfer, Vorstand der russischen Außenhandelskammer und Generaldirektor des Pumpenherstellers WILO RUS, auf.

Der großen Beliebtheit europäischer und insbesondere deutscher Produkte und dem Bedarf nach Investitions- und Konsumgütern stehen die Orientierung Russlands nach China, die unterschiedliche Mentalität in Ost- im Vergleich zu Westeuropa und bestehende bürokratische Hürden gegenüber.

In einer Fragerunde konnten sich die Teilnehmer direkt bei Unternehmensvertretern mit langjähriger Geschäftserfahrung in Russland zu den Gegebenheiten erkundigen. Neben den bereits genannten Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe waren beispielsweise auch die Firmen Herrenknecht und die Knauf Gruppe vertreten, ebenso wie die Dienstleistungsunternehmen TÜV Nord und  Ausserer & Consultants. Dadurch wurde ein breites Branchenspektrum abgedeckt.

Für deutsche Mittelständler mit Interesse an einer Expansion nach Russland dürfte die Veranstaltung einen Überblick gewährt haben, der die Entscheidungsfindung erleichtert ob dieses Land als Absatzmarkt infrage kommt.

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