Warum es sich für deutsche Unternehmen in Russland lohnt in herausfordernden Zeiten einen kühlen Kopf zu bewahren

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Podiumsdiskussion auf dem Deutsch-Russischen Branchenforum 2018 der AHK

In Deutschland ist die Arbeitsproduktivität doppelt so hoch wie die in Russland, weshalb die Betriebe dort ihre Effizienz steigern müssen damit sie im globalen Wettbewerb erfolgreich bestehen. Faktoren die in diesem Zusammenhang ins Spiel kommen, sind die Sicherstellung einer hohen Qualität der Produkte und die Frage für ausländische Unternehmen inwieweit die Produktion lokalisiert werden sollte.

Die AHK richtete dieses Jahr mit dem Deutsch-Russischen Branchenforum ein Event ein, um solche Fragestellungen mit Firmenvertretern deutscher Betriebe und Ministern der russischen Regierung zu diskutieren. Neben einem allgemein gehaltenen Programmteil wurde in Podiumsdiskussionen auf die Branchen Automobil, Ernährungswirtschaft, Infrastruktur, Maschinenbau, Chemie und Pharma eingegangen.

Von Regierungsseite wird in der Russischen Föderation ein gewisser Grad an Lokalisierung gefordert. Für deutsche Unternehmen sei es laut Aussage der geladenen deutschen Firmen jedoch nicht immer einfach, geeignete russische Lieferanten zu finden, die in ausreichender und über längere Zeit in gleichbleibend hoher Qualität liefern können. Je komplexer das Endprodukt, sprich je mehr Technologie darin verbaut ist, umso herausfordernder gestaltet sich die Suche. Bei kleinen Fertigungsstückzahlen rechne sich ein hoher Lokalisierungsgrad gar nicht erst.

Eine Forderung der Unternehmen an die Regierung ist deshalb, die Anforderungen an ausländische Firmen die Lokalisierung betreffend, realistisch zu definieren – beispielsweise den Zeitrahmen bis zur Umsetzung – und geeignete Rahmenbedingungen zu schaffen. Zu diesen Rahmenbedingungen zählen ebenso die Ausweitung von Sonderinvestitionsverträgen auf weitere Industrien wie der Ausbau von Ausbildungsstandards.

Aufgrund der geographischen Lage befindet sich die Russische Föderation aus Sicht der Transportlogistik in einer sehr interessanten Position. Auch der Stundenlohn ist im Vergleich zu westeuropäischen Ländern teils deutlich niedriger. Infolgedessen bleibt das Land als Produktionsstandort für ausländische Unternehmen interessant. Zahlreiche deutsche Unternehmen arbeiten bereits mit universitären Einrichtungen an den jeweiligen Produktionsstandorten zusammen, um selbst die Qualifikation der (künftigen) Mitarbeiter voranzutreiben. Ein Brennpunkt sei insbesondere das untere und mittlere Management. In den Ingenieurwissenschaften verfügen russische Bewerber hingegen über sehr gutes Know-how. Wo deutsche Ingenieure zum Perfektionismus neigen, können ihre russischen Kollegen Projekte durch originelle kreative Lösungen bereichern, so eine Aussage aus der Paneldiskussion zum Maschinenbau.

Aktuell verzeichnet die Deutsch-Russische AHK ein starkes Mitgliederwachstum; fast 900 Unternehmen sind registriert. Umso wichtiger ist es, dass diese Firmen über eine Plattform wie dem Branchenforum Gelegenheit erhalten, aktuelle Herausforderungen untereinander und mit Regierungsvertretern direkt zu diskutieren.

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