7 Fragen: Gerhard Gritzner von STRABAG über den Immobilienmarkt in Russland

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Das Wiener Haus (Венский дом) im Zentrum Moskaus

Der österreichische STRABAG-Konzern ist eines der größten Bauunternehmen Europas. Zum Portfolio gehören beispielsweise auch der Bereich Real Estate oder das Property & Facility Management.

Im Interview spricht der Leiter der Repräsentanz von STRABAG in Russland, Gerhard Gritzner, über den russischen Immobilienmarkt und schildert seine Eindrücke von der Geschäftstätigkeit in Russland.

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  1. Was kennzeichnet den Immobilienmarkt in Russland und speziell in Moskau?

Der Immobilienmarkt ist vor allem durch seine Dynamik gekennzeichnet. Speziell in Russland ist der schwergewichtige Einfluss politischer Entscheidungen der Bürgermeister zu nennen.

Die Anzahl an freien Immobilien in Moskau, die sich zwischen Gartenring und Ringautobahn befinden, nimmt immer mehr ab. Im Gegensatz dazu stehen beispielsweise Flächen an abgelegenen Orten die vakant bleiben.

  1. Wie wirkt sich das aktuelle wirtschaftliche und politische Klima in Russland auf den Immobilienmarkt in Russland aus?

Aktuell gibt es in Moskau über zwei Millionen Quadratmeter freie Büroflächen, was zu einem Verfall der Immobilienpreise führt. Da Gelder vom freien Markt fehlen, werden viele technologische Projekte eingefroren.

  1. Was hat sich seit Beginn Ihrer Geschäftstätigkeit in Russland Anfang der 1990er in diesem Bereich verändert?

Allgemein hat sich die gesamte Geschäftswelt durch den Wechsel vom Kommunismus zum Kapitalismus sehr stark verändert.

Als ich Anfang 1991 nach Russland kam, war das Baugeschäft noch nicht vorhanden, weshalb wir es von Grund auf aufgebaut haben.

  1. Wie wird sich das Geschäft in den nächsten Jahren entwickeln?

Die Abhängigkeit von den westlichen Partnern ist in diesem Bereich sehr groß. Sollte das abgekühlte Verhältnis zum Westen weiterhin bestehen bleiben, ergibt sich aus meiner Sicht die Möglichkeit zu einer erfolgreichen Weiterentwicklung der Selbstständigkeit des Landes.

  1. Welche Leistungen von STRABAG im Immobilienbereich spielen im russischen Markt eine besondere Rolle?

Keine. STRABAG ist in Russland als Real Estate nur mit einem Projekt nach Übernahme von Raiffeisen Revolution tätig. Dafür konnten wir bisher zahlreiche Bauleistungen in den Bereichen Wohnungs- und Hotelbau sowie der Realisierung von Industrieanlagen durchführen.

  1. Die STRABAG Property and Facility Services (STRABAG PFS) ist für das Gebäudemanagement des „Wiener Hauses“ in Moskau zuständig. Welche Synergieeffekte ergeben sich aus der Verwaltung eines solchen Objektes?

Auch dadurch dass es viele kleine Flächen zu mieten gibt, haben sich in der Vergangenheit immer wieder gemeinsame Kooperationen mit den Mietern ergeben.

  1. Wodurch unterscheidet sich die Tätigkeit in der russischen Geschäftswelt von der in anderen westlichen Ländern?

Während im Westen alt eingefahrene Regulative vorherrschen, werden diese in Russland erst langsam erarbeitet und permanent verändert. Letztendlich nehmen sie aber auch den westlichen Standard an.

Generell ist es in Russland sehr wichtig, sich ein Netzwerk an Kontakten aufzubauen, was die Geschäftstätigkeit erleichtert. Auch die Kooperation mit den Behörden ist empfehlenswert.


Portrait_Beitrag

Gerhard Gritzner baute das Geschäft für STRABAG in Russland auf und leitete die Geschicke des Unternehmens als Vorstandsmitglied der STRABAG AG und Geschäftsführer für Russland und die GUS-Staaten. Daneben ist er Mitglied des Präsidiums der Österreichisch-Russischen Freundschaftsgesellschaft.

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