7 Fragen: Martin Mayr von ARVALUS über den Backwarenmarkt in Russland

backaldrin_Borodinsky Brot

Borodinsky Brot, © backaldrin

Mit ARVALUS hat der Backgrundstoffhersteller backaldrin International The Kornspitz Company seine Geschäftstätigkeit am russischen Markt erweitert. Das im Oktober 2017 eröffnete Werk produziert nahe Moskau für Russland und angrenzende Länder.

Im Interview spricht der CFO von ARVALUS, Martin Mayr, mit uns über den Backwarenmarkt in Russland und gibt Einblicke in die Welt von backaldrin.

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  1. Sie sind nicht nur CFO bei ARVALUS, sondern auch Mitglied der Geschäftsleitung bei backaldrin und verantworten den Bereich Einkauf und Finanzen. Welche Rolle hat der russische Markt für backaldrin und welche Bedeutung hat die Produktionsstätte ARVALUS dabei?

Wir haben bereits 1995 begonnen den russischen Markt zu erschließen. 2007 wurde in Moskau eine eigene backaldrin-Niederlassung mit Bäckereizentrum – das „Dom Chleba“ – eröffnet. Nach zehn Jahren folgte mit ARVALUS der nächste Schritt. Mit der eigenen Produktion können wir die steigende Nachfrage unserer Kunden in Russland und den angrenzenden Ländern noch besser und schneller bedienen. Wir sind näher am russischen Kunden und damit wettbewerbsfähiger. Darüber hinaus haben wir damit einen Mittelpunkt für den eurasischen Wirtschaftsraum geschaffen.

  1. Warum hat sich backaldrin ursprünglich entschlossen den russischen Markt zu erschließen?

Voraussetzung für den Einstieg in Russland war die Gewissheit, eine ähnliche Brotkultur wie in Österreich vorzufinden. Unser Firmeninhaber und -gründer Peter Augendopler erzählt immer gerne von einem persönlichen Erlebnis, das ihn in der Entscheidung, in den russischen Markt einzutreten, bestärkte. Eine junge Frau hat damals in einem Moskauer Supermarkt neben ihm „dwa Kornspitz paschalsta“ bestellt, was so viel wie „zwei Kornspitz bitte“ bedeutet.

  1. Inwiefern unterscheidet sich der russische Markt für Backwaren von dem in Österreich?

In Russland haben Brot und Backwaren viel Tradition und einen sehr hohen Stellenwert in der Ernährung. Typisch russisch ist etwa das „Borodinsky Brot“, ein dunkles, malziges Brot. Der Geschmack ist tendenziell etwas süßer, als wir es in Österreich gewohnt sind.

  1. Wie passt backaldrin sein Produktportfolio an den russischen Markt an?

Unsere Produktentwicklung berücksichtigt generell länderspezifische Vorlieben und Geschmäcker. Für den russischen Markt gibt es daher zum Beispiel einen extra entwickelten Mix für das landestypische „Borodinsky Brot“. Mit ARVALUS gelingt es uns nun vor Ort noch rascher auf Nachfragen am Markt zu reagieren und auch Brotideen in Russland für Russland zu entwickeln.

  1. Aus welchen Gründen fiel die Entscheidung auf Stupino als zweiten Standort zur Ergänzung des bereits bestehenden am Stadtrand von Moskau?

Die Niederlassung in Moskau dient uns als Schulungszentrum und bisher auch als Zwischenlager für Lieferungen von unserem Hauptsitz und der Produktion in Österreich. Mit dem Start der Produktion von ARVALUS werden unsere Produkte direkt vor Ort hergestellt und auch ausgeliefert. Stupino liegt rund 75 Kilometer von der Moskauer Stadtgrenze entfernt und ist als Sonderwirtschaftszone ein attraktiver Standort für ausländische Firmen.

  1. Seit 1995 bietet backaldrin viele seiner Produkte in Bio-Qualität an. Welche Rolle spielen Bio-Produkte in Russland?

Wir beobachten weltweit, dass Natürlichkeit gefragt ist. Auch Bio-Qualität kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Wir bieten den Großteil unserer Produkte daher auch in Bio-Qualität an. In Russland ist ebenfalls ein Trend in Richtung qualitativ hochwertiger Produkte zu beobachten, im Moment spielt Bio jedoch noch keine Rolle.

  1. Welche Trends können Sie aktuell in der Backwarenbranche weltweit und speziell in Russland beobachten?

Die Erwartungen an die Ernährung weltweit werden immer höher, viele Leute versuchen sich bewusst zu ernähren. Darauf reagieren wir und versuchen Brot für Konsumenten noch interessanter zu machen. Dabei zählen Geschmack, Inhalt und Aussehen. Diese Punkte nehmen wir in der Produktentwicklung auf. Speziell natürliche und ursprüngliche Rohstoffe oder die sogenannten Superfoods spielen hier auch hinein. Generell geht der Trend in der Bäckerei zu längeren Teigführungen, also dem Faktor Zeit wird mehr Bedeutung zugemessen.


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Martin Mayr ist Mitglied der Geschäftsleitung von backaldrin International The Kornspitz Company und verantwortet den Bereich Einkauf und Finanzen. Darüber hinaus ist er Chief Financial Officer (CFO) für ARVALUS.

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