Kunststoff – Ein Blick auf den Werkstoff unserer Zeit und den russischen Markt

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Ausstellerstand auf der interplastica 2019

Die globale Kunststoffproduktion hat sich zwischen 1960 und 2015 auf 322 Millionen Tonnen verzwanzigfacht. Kunststoffe finden nahezu überall Verwendung: Sei es in der Automobilindustrie, als Verpackungsmaterial, im Medizinbereich oder bei Haushaltsgütern – allein in Deutschland erzielt die Kunststoffindustrie Umsätze von über 90 Milliarden Euro pro Jahr. Damit ist Deutschland mit 35% am Gesamtanteil auch Europas größter Produzent von Kunststoffen (GTAI). Weltweit dominiert China die Branche, was den Produktionsumfang angeht.

Deutschland und Italien sind zwei der wichtigsten Handelspartner für Russland was den Maschinenbau für die Kunststoffbranche betrifft. 2017 lagen die USA auf Platz 1 der bedeutendsten Absatzländer Deutschlands; wichtigster Gesamtmarkt ist allerdings China. Nach Jahren mit durchwachsenden Exportraten nach Russland waren 2017 wieder positive Tendenzen und ein Wachstum in Höhe von 34,1% zu verzeichnen. Dieses ist größtenteils dem Verpackungsbereich zuzuschreiben. Bei der Betrachtung des ersten Halbjahres 2018 im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr ist jedoch bei Spritzgießmaschinen eine Abnahme der deutschen Exporte nach Russland um 34% zu verzeichnen (Plastinfo).

Stephan Doehler, Bereichsleiter Vertrieb Europa des deutschen Familienunternehmens Arburg, das eben solche Spritzgießmaschinen herstellt, sieht die Zukunft des russischen Marktes nichtsdestotrotz positiv. Zu den Kernbranchen in Russland zählen die zuvor bereits genannte Verpackungsbranche sowie die Medizintechnik. Für die Präsenz des Unternehmens in Russland und in den anderen GUS-Staaten spielt die Interplastica eine wichtige Rolle.

Ein Trendthema der diesjährigen Messe ist erneut das Kunststoffrecycling. So stellte Unilever beispielsweise seine Strategie vor, bis 2020 die Rückgewinnung von Polymerverpackungen in den 14 führenden Weltmärkten um 15% zu steigern. Gleichzeitig soll die Nutzung von Einwegverpackungen und Verpackungen mit schwierig zu recycelnden Materialien um die Hälfte reduziert werden. Der größte russische Petrochemie-Konzern Sibur hat zusammen mit dem Ministerium für Naturressourcen und Umwelt und der internationalen Baskettballiga VTB United League das Projekt „basketbottle“ (russisch: баскетботл) ins Leben gerufen. Alle russischen Vereine, die in den Playoffs der Liga teilnehmen verpflichten sich, alle Plastikflaschen zu sammeln und an Kunststoff-Recyclingunternehmen in ihrer Region zu übergeben.

Industrie 4.0, Recycling, neue Materialien – alles Themen, welche zu einer hohen Dynamik in der Branche beitragen. Der Werkstoff Kunststoff wird auch in Zukunft eine hohe Beliebtheit genießen und ist nicht aus dem Alltag wegzudenken, weshalb die Zukunftsprognosen trotz der genannten Herausforderungen positiv sind.

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