Schweizer KMUs und Russland – volle Kraft voraus? Zwischen Zurückhaltung und erfolgreicher Geschäftstätigkeit

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Die Präsenz kleiner und mittelständischer Schweizer Unternehmen (KMUs) in Russland ist noch immer sehr bescheiden, obwohl die Kapitalrenditen höher sind als in den EU-Staaten. Im folgenden Gastbeitrag beleuchten Pierre Helg und Nina Fois von der QUORUS GmbH warum sich der Schritt ins Russlandgeschäft lohnt.

Im Vergleich zur vergangenen Jahren ist die Geschäftstätigkeit als Ausländer in Russland heute deutlich einfacher: Die meisten wichtigen Geschäftspartner besitzen zumindest Grundkenntnisse der englischen Sprache und die lokalen Behörden sind hilfreicher und „pragmatischer“ geworden (Russland hat sogar ein besseres Ranking als die Schweiz im „Doing Business Index“ der Weltbank).

Schweizer Qualität ist ein Aushängeschild für Zuverlässigkeit und Innovation. Von dieser positiven Schweizer Wahrnehmung in der russischen Perzeption können alle sich auf dem russischen Markt etablierten Schweizer KMUs nicht unwesentlich profitieren. Der Rubel ist im Vergleich zum Schweizer Franken eine schwache Währung. Die vehemente Währungsdifferenz zwischen Schweizer Franken und Rubel wirkt sich nachhaltig positiv auf die Markteintrittskosten aus.

Die Geschäftsentwicklung in Russland wird von „Non-Insidern“ noch häufig mit einem risikoreichen Abenteuer verglichen. Unsere Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass sich dieses Abenteuer meistens lohnt: Eine im Jahre 2015 von der schweizerischen Botschaft in Moskau durchgeführte Studie hat ergeben, dass kein einziges der circa 200 in Russland tätigen Schweizer KMUs den russischen Markteintritt retrospektiv als Fehlinvestition beurteilt hat. Alle befragten Schweizer Unternehmen hatten die Absicht, sich auf dem russischen Markt weiter zu etablieren oder zumindest eine „Hold-Strategie“ weiter zu fahren.

Um den wirtschaftlichen Austausch der beiden Länder auch weiterhin zu fördern, bestehen diverse Initiativen. Als Teil einer Schweiz-Russischen Innovationsinitiative, zeichnet beispielsweise der Suworow-Preis besonders innovative Start-Ups aus, welche einen aktiven Beitrag zur Förderung der Wirtschaft in der Schweiz beziehungsweise Russland leisten. Vom Swiss Russian Forum in Kooperation mit dem Schweizer Staatssekretariat für Bildung Forschung und Innovation (SBFI), der Schweizer Botschaft in Moskau, dem Kanton Zürich und diversen Privatorganisationen initiiert, werden die für die Auszeichnung eingereichten Projekte nach folgenden Kriterien bewertet: Marktreife, Innovation, Sozialer Aspekt, Schweiz-Russischer Bezug sowie Wettbewerbsfähigkeit.

Solche Initiativen zeigen die Möglichkeiten auf, welche Russland für ausländische Unternehmen bereithält. Für die Zukunft gilt es, noch mehr Schweizer Unternehmen von der Attraktivität des russischen Marktes zu überzeugen, damit die Präsenz Schweizer KMUs langfristig nicht mehr nur bescheiden ausfällt.

Gastautoren: Pierre Helg und Nina Fois, Quorus GmbH

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