Wirtschaft in Russland – Überblick über die makroökonomischen Entwicklungen in Russland 2019

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Am 16. April veranstaltete die Deutsch-Russische Außenhandelskammer zusammen mit der Deutschen Bank ein Event, auf welchem Experten über wirtschaftliche Entwicklungen, Cyber-Sicherheit und Risiko-Management in Russland berichteten. Petr Sidorov, Senior Economist der Deutschen Bank, gab auf der Veranstaltung einen Überblick über die makroökonomischen Entwicklungen in Russland. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst.

Russlands Bruttoinlandsprodukt soll 2019 weiter wachsen, allerdings weniger stark als 2018

Letztes Jahr haben die Fertigstellung der Produktionsanlagen von Flüssiggas in der Yamal Region, steigende Exporte von Öl und Gas und ein Anstieg im tertiären Sektor wesentlich zum starken BIP-Wachstum beigetragen. Der tertiäre Sektor wuchs besonders aufgrund des Tourismusbooms durch die FIFA Weltmeisterschaft 2018 in Russland und der zunehmenden Nachfrage nach finanziellen Dienstleistungen, insbesondere Kredite, um den steigenden Privatkonsum zu finanzieren.

Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung der Russischen Föderation und die Weltbank prognostizieren ein BIP-Wachstum von 1,5 Prozent für 2019, während der Internationale Währungsfonds ein Wachstum von 1,8 Prozent erwartet.

Das Wachstum des Reallohns verlangsamt sich 2019

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Das Wachstum des Reallohns wird 2019 laut einer Prognose von Moskaus Higher School of Economics nur bei etwa 1,5 Prozent liegen.

Der Einzelhandelsumsatz ist stabiler

Einzelhandelsumsatz

Im ersten Quartal 2019 stieg der Einzelhandelsumsatz um 1,8 Prozent. Der Einzelhandelsumsatz zeigt die verkauften Waren in einer Volkswirtschaft und somit die Konsumausgaben und ist eng mit dem Verbrauchervertrauen verbunden. Außerdem ist der Einzelhandelsumsatz Bestandteil der Berechnung des BIPs.

Das Anlegervertrauen hat sich verbessert

Geschäftsklimaindex

Der Geschäftsklimaindex, welcher die Stimmung unter Herstellern einer Wirtschaft misst, hat sich im Vergleich zu 2018 von -8 Indexpunkten auf -2 verbessert. Der Geschäftsklimaindex gibt außerdem Auskunft über zukünftige Entwicklungen und wirtschaftliche Leistung.

Der Rubel ist stärker

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Eine bedachte Geldpolitik und ein Leistungsbilanzüberschuss, aufgrund von niedrigeren Importen und gleichzeitig erheblichen Öl Exporten, stärkten den russischen Rubel.

Der Breakeven-Ölpreis in Russland hat sich stetig verringert

Ende Dezember des letzten Jahres lag der Breakeven-Ölpreis Russlands, laut dem stellvertretender Ministerpräsident Anton Siluanov, bei nur $42. Die Zentralbank der Russischen Föderation prognostiziert, dass der Ölpreis wischen $55 und $63 liegen wird. Somit bleiben Russlands Ölexporte trotz überliefertem Markt profitabel. Derzeit liegt der Ölpreis bei $64 (WTI Crude, Stand 19.04.2019).

Allerdings ist bisher noch unklar, ob Russland plant 2019 den Produktionseinschränkungen der OPEC-Hersteller weiter nachkommen und seine Ölexporte verringert, um so den globalen Ölpreis zu erhöhen, oder ob Russland seine Rohölproduktion stattdessen erhöht, um den USA Marktanteile zu nehmen.

Die Abhängigkeit des russischen Rubels von Ölexporten hat sich verringert

Um die Wirkung auf die Währung zu aufzuheben, wurden durch Rohstoffexporte erwirtschaftete Einnahmeüberschüsse in einem Fond gesammelt. In Übereinstimmung mit den finanzpolitischen Regeln, nutzt das Ministerium für Finanzen der Russischen Föderation Russlands Gas- und Öleinnahmen, um Fremdwährung auf dem heimischen Devisenmarkt zu kaufen und zu verkaufen. Die genannten Maßnahmen führten erfolgreich zu einer Reduktion der Abhängigkeit des Rubels von Ölexporten.

Höhepunkt der diesjährigen Inflation erreicht

Die Erhöhung der Mehrwertsteuer am Anfang des Jahres trägt zur Inflation bei. Die Zentralbank erwartet einen Anstieg der Inflation bis zu 6 Prozent in der ersten Hälfte des Jahres. Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung der Russischen Föderation prognostizierte einen Anstieg der Inflationsrate auf 5,2 bis 5,4 Prozent zwischen März und Mai und einer Abnahme der Inflationsrate auf 4,3 Prozent bis zum Ende des Jahres. Derzeit beträgt die Verbraucherpreisinflation in Russland 5,3 Prozent.

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